Moses Gottesbegegnung – eine Nacherzählung von 2.Mose 12,24ff

Gerade erst war er ins Lager zurück gekehrt. Er war müde und gleichzeitig unendlich glücklich. Zusammen mit 70 anderen Verantwortlichen war er auf dem Berg gewesen und dort hatten sie den HERRN Jahwe gesehen. Ihn – den Herrn – zu beschreiben war unmöglich. Aber zu Seinen Füssen war die Erde ganz in Kristallblau getaucht – wie bei einem klaren Himmel.
Es war beglückend, aber auch angsteinflößend in Seiner Nähe zu sein. Sie alle wußten, dass die Gegenwart Gottes sie alle vernichten konnte. Und dennoch genossen sie die Zeit in der Nähe Gottes. Und als sich Gott schließlich von ihnen entfernte, da hatten sie Hunger und Durst gehabt. Deshalb hatten sie reichlich gegessen und getrunken. Der Wein und das Brot war unbeschreiblich lecker – das köstlichste Mahl, dass sie jemals gegessen hatten. Und während sie aßen, versuchten, sie das was sie erlebt hatten zu verstehen. Aber es war ihnen nicht wirklich gelungen.
Doch jeder wußte: dieses Erlebnis würden sie niemals vergessen. Danach waren sie zurück ins Lager Israels gegangen.

Kaum waren sie im Lager angekommen, hatte er wieder die Stimme Gottes gehört. Und diese Stimme sagte, dass er wieder auf den Berg steigen sollte. Was würde dort geschehen? Hatte er durch irgendetwas das er getan hatte, oder auch nicht getan hatte, Gott erzürnt? Nein, in seinem Inneren hatte er Klarheit. Gott wollte ihm die Gebote aushändigen. Nicht so wie sie die Gebote bisher kannten. Bisher hatte er Mose, sie als Sprachrohr Gottes dem Volk bekannt gegeben. Diesmal wollte Gott die Gebote auf Steintafeln geschrieben dem Volk geben. Gott wollte, dass seine Gebote immer wieder nachlesbar waren, dass sie nicht vergessen werden konnten. Gott wollte, dass das Volk von Ihm Jahwe selber die Gebote bekam und nicht nur durch ihn – Mose – den Mittler zwischen Volk und Gott.

Wenn Gott ruft, dann musste er gehen, das war klar. Der Weg würde beschwerlich werden. Er wußte nicht, wie lange er fort bleiben würde. Waren es einige Tage? oder länger?

So rief er seinen Diener Josua, dass er einen Sack mit Essen und Trinken packte. Dann rief er die Sippenoberhäupter zusammen und erklärte, dass er mit Josua noch einmal auf den Berg gehen würde. Sie sollten warten, bis sie zurück kommen. Und solange er weg war, sollten Aaron und Hur die Leitung haben.

Sobald die notwendigen Vorkehrungen getroffen waren, machten sich Mose und Josua auf den Weg. Als sie bereits eine größere Strecke zurück gelegt hatten, sahen sie eine dichte Wolke die sich auf den Berg senkte und den Gipfel des Berges bedeckte. Die Herrlichkeit Gottes war deutlich zu spüren. Es war ein Gefühl von Ehrfurcht und Sehnsucht und dort ist gut sein. Doch die Furcht vor dem Herrn überwog. Mose wagte es nicht, in die Wolke zu gehen. So lagerten sie in Sichtweite der Wolke und warteten. Sechs Tage warteten sie. Sechs Tage der Stille, sechs Tage der Besinnung, der Reinigung, der Ausrichtung auf Gott. Sechs Tage, in denen sie auf sich selbst geworfen waren. In denen sie sich mit ihren Gefühlen, Ängsten, mit ihren Hoffnungen und Befürchtungen, auseinander setzen mussten. Dann endlich, am siebten Tag rief Gott Mose zu sich.

Während Mose und Josua auf dem Berg warteten, sahen die Israeliten im Lager unten am Berg, mit großem Erstaunen zum Berg hinauf. Der Berg brannte. Es erschien ihnen so, als ob Flammen vom Berg züngelten. Sie wußten nicht was das bedeutete. Sie ahnten lediglich, dass es die Herrlichkeit Gottes war, die sie sahen. Und sie stellten sich die Frage, ob Mose dies tatsächlich überleben könne. Die Herrlichkeit Gottes erschien ihnen wie Feuer, und nicht wie Mose und Josua wie eine Wolke.

Und als Gott Mose am siebten Tag rief, machte dieser sich auf und ging in die Wolke hinein, weiter zum Gipfeln hinauf. Dort blieb er 40 Tage und 40 Nächte. 40 Tage und 40 Nächte in der unmittelbaren Gegenwart Gottes. Was dort genau passierte, konnte Mose später nicht erklären und auch nicht beschreiben. Gott redete. Mose hörte zu und genoß die Gegenwart Gottes.

Mose kamen diese 40 Tage und Nächte vor wie einige wenige Stunden. Er hatte kein Bedürfnis zu schlafen, zu essen oder zu trinken. Um nichts in der Welt wollte er die Gegenwart Gottes wieder vermissen. Und als er am Ende die beiden Tafeln mit den Geboten bekam, hatte er auch noch allerlei Anweisungen rund um den Gottesdienst erhalten.

Doch er musste zurück. Zurück zu seinem Volk, dem Volk Gottes Israel. Das Ende kam abrupt. Der Herr Jahwe war zornig. Jahwe schickte Mose zurück zum Volk, denn das Volk hatte gesündigt und den Bund mit seinem Gott verraten. Mose musste für das Volk um Gnade bitten, sonst wäre die Geschichte Israels zuende gewesen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Die dazugehörige Predigt gibt es hier!

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